
How to Add 30 Watts to Your FTP in 6 Months After 40 (Real Lactate Test Data)
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Fettoxidation: Warum Masters nach 3 Stunden einbrechen
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AI-generated header image for: Granfondo Schweiz: San Gottardo, Villars und UCI-Serie
Die Wahl deines Zielevents ist keine Frage des Kalenders, sondern eine Trainingsentscheidung. Ob ein Profil wie der Gran Fondo San Gottardo mit langen Passrampen oder die steilen Rampen der Alpes Vaudoises den Unterschied macht, entscheidet, welcher physiologische Schwerpunkt dich wirklich weiterbringt: Schwellenleistung an der MLSS (maximales Laktat-Steady-State, die höchste Leistung im Laktatgleichgewicht), Kletterkraft im VO2max-Bereich (maximale Sauerstoffaufnahme) oder Durability (Ermüdungsresistenz) für Mehrpass-Events. Genau hier setzt dieser Leitfaden an.
Wir arbeiten die vier Auswahlkriterien ab: Länge, Höhenmeter, Steilheit und Profilform. Danach ordnen wir die Anforderungen ein: Schwellenarbeit, Kletterkraft, Durability. Konkret wird es am Gran Fondo San Gottardo, an den 97 und 150 km von The Majestics in Villars im Juli 2026 und an der UCI Gran Fondo World Series. Du bekommst einen Selbsttest für deinen echten Limiter, drei Workouts (3 x 20 Minuten Schwelle, niederkadente Kletterkraft plus VO2max, Durability), eine Wochenstruktur für 8 bis 12 Stunden und Pacing- sowie Verpflegungsstrategien für den Renntag.
Kläre zuerst Event, dann Limiter, dann Schwerpunkt. Für deine individuelle Planung: Buche deinen Cycling Breakthrough Call mit uns unter https://waytochamp.com/schedule.
Warum die Wahl des Zielevents eine Trainingsentscheidung ist
Daraus folgt die Reihenfolge: Profil zuerst, dann Periodisierung.
Ein Profil mit mehreren langen Anstiegen von je einer Stunde oder mehr verlangt fast ausschliesslich gleichmässige Schwellenleistung. Ein welliges Profil mit Rampen unter 10 Minuten spricht dagegen VO2max und Wiederholbarkeit an. Das sind zwei völlig verschiedene Reize.
Der häufigste Fehler: ein standardisierter Trainingsblock gleicher Länge für jedes Zielevent. Wer ein 150-km-Alpinevent und ein welliges 97-km-Rennen mit identischen Intervallen angeht, trainiert an einem der beiden Profile vorbei. Warum Ermüdungsresistenz bei Mehrpass-Events zum eigentlichen Limiter wird, zeigt Durability für Masters: Warum dein FTP-Plateau Kraft braucht.
App-Pläne lösen das nicht. Algorithmen passen deine Schwellenleistung an, lesen aber nicht die Profilform des Zielevents und verschieben deshalb den Trainingsschwerpunkt nicht.
Wer im Herbst zwei Optionen vergleicht, entscheidet damit auch über seinen Trainingsschwerpunkt der nächsten Monate.
Die vier Auswahlkriterien: Länge, Höhenmeter, Steilheit, Profilform
Wenn Event und Profil die Periodisierung bestimmen, brauchst du vier Kennzahlen, die du aus jeder Ausschreibung selbst ableitest. Keine steht dort direkt, alle musst du umrechnen.
Länge als Fahrzeit lesen. Alpine Kilometer dauern deutlich länger als flache: Der Fahrer sollte immer die zu erwartende Fahrzeit schätzen, nicht die Kilometerzahl. Die Fahrzeit steuert Verpflegung, Pacing und Durability.
Höhenmeter ins Verhältnis setzen. Als Faustregel gilt: Ein hoher Quotient aus Höhenmetern und Distanz ist ein Hinweis auf einen alpinen Kurs. Der genaue Schwellenwert variiert je nach Gelände; entscheidend ist, ob dein Training überwiegend im Flachen oder am Berg stattfindet.
Steilheit über die Kadenz bewerten. Steile Gradienten zwingen zu niedrigerer Kadenz und verschieben die Belastung zu Kraftausdauer und VO2max. Je steiler der Kurs, desto mehr verlagert sich das Anforderungsprofil weg von reiner Schwellenarbeit.
Profilform unterscheiden. Gleichmässiger Alpenpass, gestufter Pass mit Rampen, Sägezahn mit vielen kurzen Anstiegen oder ein langer Pass als Finale. Jede Form verlangt ein anderes Intervallformat, von 3 x 20 Minuten Schwelle bis 6 x 3 Minuten mit niedriger Kadenz.
In eine Belastungsschätzung übersetzen. Schätze erwartete TSS (Trainingsbelastungspunkte) und Fahrzeit grob und vergleiche sie mit deinem CTL (42-Tage-Mittel deiner TSS). Als Coaching-Richtwert gilt: Liegt die erwartete Eventbelastung weit über der deiner längsten bisherigen Fahrt, reicht ein kurzer Vorbereitungsblock nicht.
Damit steht das Anforderungsprofil. Welche Physiologie dahintersteht, klärt der nächste Abschnitt.
Was Profilform physiologisch verlangt: Schwelle, Kletterkraft, Durability
Die vier Kriterien beschreiben die Strecke. Welches System sie belastet, entscheiden fünf Grössen.
Schwelle und MLSS. MLSS, bereits als maximales Laktat-Steady-State eingeführt, markiert die höchste Leistung, bei der Laktat im Blut nicht weiter ansteigt. Lange gleichmässige Anstiege belasten genau diesen Bereich, weil du zwischen 40 und 90 Minuten kaum Erholung bekommst.
Kletterkraft ist das Produkt aus absoluter Leistung und tiefem Systemgewicht (W/kg), plus die Fähigkeit, sie bei niedriger Kadenz zu halten. VLamax, die maximale Laktatbildungsrate, begrenzt sie: hohe Werte erzeugen viel Laktat und limitieren lange, gleichmässige Bergarbeit.
VO2max: die maximale Sauerstoffaufnahme, also dein aerobes Leistungsdach. Bei Rampen von zwei bis acht Minuten entscheidet sie mit VLamax, wie schnell du dich nach einer harten Passage erholst.
Durability beschreibt, wie stark die Leistung nach mehreren Stunden abfällt. Bei Mehrpass-Events ist dieser Abfall oft der eigentliche Rennausgang.
Fettoxidation: Deckst du über Stunden einen hohen Anteil des Energiebedarfs aus Fett, sparst du Glykogen und nutzt die Kohlenhydratzufuhr pro Stunde besser. Diese Grösse zeigt keine FTP-Tabelle, nur eine Stoffwechseldiagnostik.
Welche dieser Grössen ein Kurs priorisiert, zeigt sich erst am konkreten Profil.
Granfondo San Gottardo: Was ein Passprofil im Training verändert
Nach der Physiologie folgt die Strecke. Wer gran fondo san gottardo oder granfondo san gottardo sucht, will keine Startzeit, sondern die Belastungsanforderung: Wie lange arbeitet der Pass im Schwellenbereich, und wie muss ich dafür trainieren?

Belastbare Kursdaten, also Höhenmeter, Anstiegslängen sowie durchschnittliche und maximale Steigung, gehören ausschliesslich von der offiziellen Routenseite des Veranstalters übernommen. Solange dort keine belastbaren Zahlen stehen, bleiben konkrete Werte offen; das ist eine offene Rechercheaufgabe, keine Lücke, die man mit Schätzungen füllt.
Generisch beschrieben ist der Gotthard ein langer, überwiegend gleichmässiger Pass mit moderater Steigung. Dauerarbeit nahe MLSS, kaum Erholungszeit, gleichmässig getaktet, sitzend, mit ruhiger Kadenz.
Als Coaching-Richtwert: regelmässige Schwellenblöcke bei 90–100 % FTP, die genaue Länge richtet sich nach dem individuellen FTP-Test. Dazu lange Fahrten mit Pass-Simulation, damit Sitzposition und Kadenz über eine Stunde halten. Liegen zwei oder mehr Pässe auf der Route, verschiebt sich der Schwerpunkt von reiner Schwellenarbeit zu Durability plus Verpflegung. Der zweite Anstieg entscheidet, nicht der erste.
Anders liegt der Fall bei Events wie Villars, wo Distanz und Höhenmeter das Bild verändern.
Gran Fondo Villars und The Majestics: 97 und 150 km im Juli 2026
Die zweite Schweizer Option ist organisatorisch komplexer als ihr Name. The Majestics läuft laut Veranstalter am Freitag, 10. und Samstag, 11. Juli 2026 in Villars-sur-Ollon, mit Distanzen von 7, 97 und 150 Kilometern. Wer nach gran fondo villars sucht, plant damit zwei Renntage, nicht einen einzigen.
Höhenmeter, Anstiegslängen und Gradienten liefert erst die offizielle Ausschreibung.
Am Sonntag, 12. Juli 2026 folgt The Majestics Gravel über 70 bis 104 Kilometer. Ausgetragen wurde es 2024 erstmals als Gravel Suisse, und dem Veranstalter wurden die UCI Gravel Weltmeisterschaften 2029 zugesprochen. Ob Granfondo und Gravel am selben Wochenende kombiniert werden dürfen, belegen die vorliegenden Quellen nicht. Prüfe dafür das Reglement des Veranstalters, statt eine Kombination anzunehmen.
Die Bezeichnungen sind uneinheitlich: The Majestics, Granfondo Suisse und Gran Fondo Suisse tauchen alle auf. Für Planung und Anmeldung zählt die offizielle Ausschreibung. Für die 150-Kilometer-Variante sind fünf bis sieben Stunden Fahrzeit eine Planungsannahme, sobald Streckendaten vorliegen. Sie verschiebt den Schwerpunkt zu Durability und Verpflegung.
UCI Gran Fondo World Series: Was die Serie für deine Zielplanung bedeutet
Die Serie ordnet das Feld. Bei der UCI Gran Fondo World Series handelt es sich um einen internationalen Kalender von Qualifikationsveranstaltungen, über die Altersklassenfahrer Startplätze für die Weltmeisterschaft erwerben. Villars und The Majestics sind 2026 Teil dieses Kalenders.
Für Anfragen rund um uci gran fondo switzerland ist das der entscheidende Punkt: Wer ein Serienevent wählt, plant kein Rennen, sondern ein Datum. Qualifikationslogik, Anmeldefristen und Altersklassenwertung binden den Trainingsplan an einen fixen Termin, nicht an ein allgemeines Saisonziel. Formaufbau, Entlastungswochen und letzter Schwellenblock werden rückwärts von diesem Tag gerechnet.
Als Trainingsargument zählt das Startfeld: Auf Serienevents zählt die Zeit, nicht das Rennmanöver. Das belohnt gleichmässige Schwellenleistung und stabiles Pacing; Sprints und Lastspitzen bringen dort wenig. Diese Beobachtung stützt sich auf Erfahrungswerte, nicht auf veröffentlichte Split-Daten, und ersetzt keine eigene Rennerfahrung.
Planungsgrössen: Anreise, Höhenlage des Startorts, Startzeit, Zeitlimit und Anzahl der Renntage gehören in die Periodisierung. In Villars liegen die Renntage unmittelbar hintereinander, was Regeneration und Renntag-Strategie direkt beeinflusst.
Grenzen der Quellenlage: Für 2026 existiert eine UCI-Wettbewerbsausschreibung, die eingesehenen Inhalte enthielten jedoch keine Kursdetails. Reglement, Kurs und Zeitlimits gehören vor jeder Planung auf die offizielle UCI- und Veranstalterseite. Erst danach lohnt sich die Frage, welcher physiologische Schwerpunkt zu diesem Kurs passt.
Profil zu Schwerpunkt: Die Zuordnung in der Praxis
Nachdem der Eventkalender steht, entscheidet das Profil, welcher Reiz zählt. Die folgenden Zielwerte sind Coaching-Richtwerte aus der Praxis, keine publizierten Studienwerte. Vier Muster:
Profil A: langer, gleichmässiger Alpenpass. 1.200 bis 1.800 Höhenmeter am Stück bedeuten Schwelle. Ziel sind 85 bis 95 Prozent FTP über 40 bis 60 Minuten, sitzend, mit flacher Kadenz, gleichmässig verteilt ohne Lastspitzen.
Profil B: kurze steile Rampen. Bei 12 bis 20 Prozent Steigung dominieren Kletterkraft und VO2max, dein aerobes Leistungsdach. Trainiere Wiederholungen bei 105 bis 115 Prozent FTP mit 50 bis 65 Umdrehungen pro Minute, ergänzt durch Krafttraining zweimal pro Woche.
Profil C: fünf Stunden und mehr mit mehreren Pässen. Hier entscheidet Durability, also die Ermüdungsresistenz. Ziel ist ein Leistungsabfall unter 8 Prozent in der letzten Stunde bei gleicher Herzfrequenz. Lange Fahrten mit Schwellenblöcken in Stunde drei und vier trainieren genau das.
Profil D: welliges Sägezahnprofil. Der Schwerpunkt liegt im Wechsel über und unter der Schwelle plus Erholung in den Abfahrten. Intervalle von 30 Sekunden bis 3 Minuten oberhalb FTP passen besser als lange Schwellenblöcke.
Die Zuordnung ist eine Entscheidungshilfe: Wähle nicht das prestigeträchtigste Event, sondern jenes Profil, dessen Schwerpunkt zu deinem grössten Limiter passt, also der Fähigkeit, die dich am meisten begrenzt. Wer seine Schwäche kennt, kann auch das schwierigere Rennen zum richtigen Ziel machen. Der Selbsttest zeigt, welcher Limiter wirklich zählt.

Selbsttest: Welcher Schwerpunkt ist dein echter Limiter?
Die Zuordnung steht. Jetzt brauchst du Daten statt Bauchgefühl.
FTP standardisiert testen. 20 Minuten Vollgas nach kurzem Vorbelasten, Durchschnittsleistung mit dem branchenüblichen Korrekturfaktor (häufig 0,95) multiplizieren, dieser Wert ist ein Konventionswert, kein Laborergebnis. Immer gleiche Bedingungen, gleiche Strecke oder derselbe Smart-Trainer, damit die Werte über Monate vergleichbar bleiben. Einzelwerte sind Schätzungen mit Messunsicherheit; entscheidend ist der Verlauf.
Zwei Zeitfenster vergleichen. Setze 5-Minuten- und 20-Minuten-Leistung ins Verhältnis. Fällt die 20-Minuten-Leistung deutlich ab, liegt der Limiter in der Schwelle und der aeroben Basis. Ist sie überzeugend, die 5-Minuten-Leistung aber niedrig, fehlt VO2max-Anteil.
Durability separat testen. Nach zwei bis drei Stunden ruhiger Fahrt zwei Blöcke von 15 Minuten an der Schwelle fahren und mit einem frischen Test vergleichen. Ein deutlicher Abfall ist als Coaching-Richtwert ein Hinweis darauf, dass die Ermüdungsresistenz begrenzt, nicht die FTP.
Kletterkraft über Kadenz prüfen. Fahre 15 bis 20 Minuten gleichmässig bei 50 bis 60 Umdrehungen pro Minute und vergleiche Leistung oder W/kg mit derselben Leistung bei freier Kadenz. Grosse Unterschiede zeigen fehlende Kraftausdauer.
Stoffwechseldiagnostik einordnen. Eine FTP-Zahl sagt nicht, ob Laktatbildung oder Fettoxidation dein Engpass ist. Way2Champ bestimmt hier per metabolischem Laktatprofiling (INSCYD) VLamax, Fettoxidation und Schwellenleistung individuell und verschiebt die Trainingssteuerung von Schätzung auf Messung.
Erst nach diesen Tests weisst du, welche der drei Einheiten im nächsten Abschnitt dein Training prägen sollte.
Konkrete Workouts für die drei Schwerpunkte
Der Selbsttest liefert die Diagnose; jetzt folgt die Umsetzung. Die drei folgenden Einheiten decken die Schwerpunkte ab, welche für dich Priorität hat, zeigt der Selbsttest im vorherigen Abschnitt. Wer zwei Schwerpunkte braucht, kombiniert sie in einer Woche statt alle drei parallel zu fahren. Schwelle adressiert lange, gleichmässige Anstiege, Kletterkraft steile Rampen bei niedriger Kadenz, Durability den Leistungsabfall nach drei bis fünf Stunden.
Alle Werte sind in Prozent FTP angegeben, damit die Einheiten auf jeden Leistungsstand passen. Absolute Wattbereiche und W/kg-Ziele ergeben sich aus dem eigenen FTP-Wert.
Workout 1: Schwellenarbeit für lange Pässe (3 x 20 Minuten)
Die erste Einheit ist die Schwellenarbeit für lange Pässe. Sie bildet die Grundlage für Profile mit gleichmässigen Anstiegen von 40 bis 90 Minuten.
Die folgenden Parameter sind bewährte Coaching-Protokolle, keine klinisch validierten Werte.
Ablauf: 20 Minuten Einfahren, dann 3 x 20 Minuten bei 95 bis 100 Prozent FTP, dazwischen 8 bis 10 Minuten locker. Nach dem letzten Block 10 Minuten Ausfahren. Gesamtdauer 95 bis 120 Minuten.
Ausführung: am Berg oder indoor auf dem Smart-Trainer. Sitzend, Kadenz 70 bis 85 Umdrehungen pro Minute, gleichmässige Leistung ohne Antritte. Die Einheit zielt auf die bereits beschriebene MLSS-Zone.
Steuerung: Die Einheit sollte sich ab Minute 12 hart anfühlen. Die Leistung darf zwischen Block 1 und Block 3 um nicht mehr als 3 bis 5 Prozent abfallen. Wer im dritten Block einbricht, startet zu hart oder hat die FTP zu hoch angesetzt.
Belastung: Für die meisten ambitionierten Amateure bedeutet das 110 bis 140 TSS pro Einheit. Zwei solcher Einheiten pro Woche sind ausreichend; mehr bringt in der Regel keinen zusätzlichen Reiz.
Regelmässig wiederholen: Alle sechs bis acht Wochen FTP nachtesten. 95 Prozent einer alten FTP sind nach einer guten Vorbereitung keine Schwellenarbeit mehr. Nur mit aktuellem Testwert bleiben die Zielwerte gültig.
Workout 2: Kletterkraft für steile Rampen (niederkadent plus VO2max)
Sobald das Schwellenfundament steht, braucht ein Profil mit steilen Rampen einen zweiten Reiz: Kraft bei niedriger Kadenz plus VO2max.
Die Intervall-Parameter sind Coaching-Richtwerte.
Kraftausdauer: 20 Minuten Einfahren, dann 6 x 3 Minuten bei 90 bis 100 Prozent FTP mit 55 bis 65 Umdrehungen pro Minute und 3 Minuten locker dazwischen. Die Kadenz bewusst niedrig halten, sie ist der eigentliche Reiz. Niederkadent heisst nicht maximal treten: Die Leistung bleibt im Schwellenbereich, nur die Muskelspannung steigt. Gesamtdauer rund 70 Minuten.
VO2max: 5 x 4 Minuten bei 105 bis 115 Prozent FTP mit 4 Minuten Erholung. Diese Einheit baut die Fähigkeit, steile Rampen überhaupt in der nötigen Intensität zu fahren, statt sie nur zu überleben.
Krafttraining: Zweimal pro Woche 30 bis 40 Minuten für Beine und Rumpf. Für Fahrer über 40 gehört regelmässiges Krafttraining mit sauberer Technik zum Jahresplan, sonst bleibt Kraftausdauer am Berg Theorie.
Überlastung: Niederkadente Arbeit erzeugt hohe Muskelspannung. Zwei Einheiten pro Woche genügen, und die Einheit gehört nicht auf den Tag nach einem langen Block.
Wirkung prüfen: Wiederhole den 15- bis 20-Minuten-Kadenztest aus dem Selbsttest alle sechs bis acht Wochen und notiere, wie sich die Differenz zwischen freier und niedriger Kadenz entwickelt. Schrumpft sie, greift der Reiz.
Für Mehrpass-Events entscheidet dagegen nicht die Spitze, sondern die Durability.
Workout 3: Durability für Mehrpass-Events und lange Distanzen
Nach der niederkadenten Arbeit folgt der Reiz, der bei Mehrpass-Events über das Ergebnis entscheidet: Durability, also die Fähigkeit, Leistung nach drei bis fünf Stunden noch abzurufen.
Ablauf. Vier bis fünf Stunden Grundlage, überwiegend locker, mit zwei Blöcken von 30 bis 40 Minuten bei 90 bis 95 Prozent FTP, platziert in Stunde drei und vier. Ersten und letzten Block vergleichen und die Leistungsdifferenz bei gleicher Herzfrequenz notieren.
Verpflegung. 60–90 g/h Kohlenhydrate über Glukose und Fruktose in Kombination, wer noch nie so viel trainiert hat, beginnt mit 60 g/h und steigert in langen Einheiten schrittweise. Die Aufnahme beginnt ab Minute 30 und läuft konstant. Die Einheit trainiert Magenentleerung und Volumentoleranz genauso wie die Muskulatur.
Steuerung. Als Coaching-Richtwert gilt: Ein deutlicher Abfall zwischen frühem und spätem Block weist auf einen Kohlenhydrat-Engpass oder ein zu niedriges Grundlagenniveau hin (zur Einordnung dieser Werte: Profil-zu-Schwerpunkt-Abschnitt). Beides vor der Intensität korrigieren.
Wochenstruktur. Ein stabiler CTL (42-Tage-Mittel deiner TSS) im Bereich 70–90, als grober Coaching-Richtwert für ein 150-km-Alpinevent.
Dokumentation. Pro Langfahrt Leistungsabfall und durchschnittliche Kohlenhydratzufuhr pro Stunde notieren. Über acht Wochen entsteht ein belastbarer Verlauf, der zeigt, ob der Schwerpunkt greift. Die Wochenstruktur für Berufstätige und das Pacing am Renntag bauen darauf auf.
Wochenstruktur für Berufstätige: 8 bis 12 Stunden pro Woche
Das im Durability-Abschnitt beschriebene Grundgerüst gilt hier: eine Langfahrt, zwei intensive Einheiten. Die Intensitätseinheiten fährst du indoor auf dem Smart-Trainer, das ist bei Berufstätigen oft die einzige realistische Option.
Die Verteilung: rund 80 Prozent der Trainingszeit locker unterhalb der ersten Schwelle, 20 Prozent in Schwellen- und VO2max-Bereichen. Das hält den Reiz hoch und die Erholung ausreichend. Die 80/20-Aufteilung ist ein Steuerungsmodell, keine bewiesene Regel.
Als Coaching-Richtwert beim Belastungsaufbau gilt: TSS pro Woche schrittweise steigern, nicht sprunghaft. Alle drei bis vier Wochen empfiehlt sich eine Entlastungswoche mit deutlich reduziertem Umfang, als Coaching-Heuristik rund 60 Prozent des üblichen Volumens.
Erholung ist Trainingsfaktor, nicht Restkategorie. Schlafdauer, Ruhepuls und HRV (Herzfrequenzvariabilität, ein Mass für die Erholung des vegetativen Nervensystems) beobachtest du im Wochenblick, nicht am Einzelwert. Zwei schlechte Nächte sind kein Grund, den Schwellenblock zu streichen, eine Woche negativer Trends schon.
Bei weniger als acht Stunden: zuerst die Durability-Fahrt auf drei Stunden kürzen, die Schwelleneinheit vollständig halten. Fällt der Schwerpunkt zuerst weg, trainierst du am Event vorbei. Das Gerüst steht, jetzt folgt die Renntag-Strategie.
Renntag: Pacing und Verpflegung nach Profil
Der Trainingsblock ist gesetzt; am Renntag entscheidet die Verteilung. Pacing staffelst du nach Anstiegslänge: Rampen unter 15 Minuten verzeihen kurze Überschreitungen der Schwelle (FTP). Bei langen Anstiegen über 45 Minuten empfiehlt sich ein konservatives Starttempo im ersten Drittel, als Coaching-Richtwert gilt, den Einstieg spürbar unterhalb der Zielschwelle zu wählen und erst im letzten Drittel auf Zielintensität zu gehen.
Kohlenhydrate planst du pro Stunde, nicht pro Gel: 60 bis 90 g/h sind für die meisten Trainierten mit trainiertem Darm umsetzbar, über Glukose und Fruktose in Kombination; deutlich mehr bleibt Ausnahme und setzt Gewöhnung voraus. Wer im Rennen erstmals 100 g/h fährt, hat zu wenig trainiert.
Bei mehrstündigen Alpenfahrten reicht Wasser nicht. Natrium gehört in die Planung, die Menge hängt von Schweissrate und Temperatur ab und wird in langen Einheiten erprobt. Kohlenhydrat- und Natriumprotokoll gehören deshalb in die langen Fahrten aus der Wochenstruktur, nicht in den Rennrucksack am Renntag.
Wer den ersten Berg als Kriterium fährt, bezahlt das mit dem Leistungsabfall des ganzen Tages. Wenn du wissen willst, welcher Schwerpunkt bei dir den Unterschied macht, buchst du einen Cycling Breakthrough Call mit uns.
Fazit: Event, Limiter und Schwerpunkt in dieser Reihenfolge klären
Renntag-Pacing und Verpflegung sind damit gesetzt. Was bleibt, ist die Reihenfolge der Entscheidungen, die davor liegt. Ob Granfondo San Gottardo, Gran Fondo Villars oder ein UCI-Gran-Fondo-Start in der Schweiz: Sie bleibt dieselbe.
Erstens: Profil lesen. Fahrzeit statt Kilometerzahl, Höhenmeter pro Distanz, Steilheit und Profilform bestimmen, welcher Reiz zählt: Schwelle bei langen, gleichmässigen Pässen, Kletterkraft bei Rampen über 12 Prozent, Durability bei Mehrpass-Events ab fünf Stunden.
Zweitens: Limiter testen. Der 20-Minuten-FTP-Test, das Verhältnis von 5- zu 20-Minuten-Leistung und ein Durability-Test mit zwei Schwellenblöcken nach drei Stunden zeigen, was fehlt, nicht was sich nur schwer anfühlt.
Drittens: Schwerpunkt trainieren. Eine klare Priorität mit den passenden Einheiten bringt mehr als ein ausgewogener Plan, der alle drei Fähigkeiten halb entwickelt.
Viertens: Nachmessen. Alle sechs bis acht Wochen erneut testen, damit Intervalle und Zielwerte mitziehen und die Zuordnung zum Event gültig bleibt.
Wenn du wissen willst, welcher Schwerpunkt bei dir den Unterschied macht, buche deinen Cycling Breakthrough Call unter https://waytochamp.com/schedule.



